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neue Richtung?

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Beitrag von angie am 13 November 2001 um 23:07:45:

Hallo lieber Peter und natürlich auch ihr anderen, *grins*

seit tagen denke ich über den physischen Tod nach, und verspüre den wunsch sterbende zu begleiten. das ist noch alles sehr nebulös und noch ziemlich unausgegoren! aber mein wunsch nimmt langsam aber sicher konkrete formen an. ich denke, ich werde mich mal nach ein paar hospitzen in meiner nähe, wohne in erlangen, erkundigen um dort ehrenamtlich zu arbeiten. ich will kein geld dafür ich will einfach nur den sterbenden helfen und ihen den übergang so angenehm wie möglich machen. ich will ihnen in ihrer "schweren" stunde beistehen. momentan komme ich mir sehr nutzlos vor und ich frage mich was ich bisher für meine mitmenschen getan habe.

ich habe keine ahnung ob und wie ihr mich versteht aber es wird mir zu einem wichtigen anliegen die "anderen" von einem leben nach dem physischen tod nahe zu bringen. allerdings bin ich sehr enttäuscht, dass einige freunde von mir sofort abblocken wenn ich auch nur zu diesem thema ansetze. es ist frustrierend!

best wishes all over the world
angie




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Re: neue Richtung?


Beitrag von Peter am 13 November 2001 um 23:18:37:
Antwort zu: neue Richtung? beigetragen von angie am 13 November 2001 um 23:07:45:


Hallo Angie,

ich hoffe, du fuehlst richtig, denn das waere eine sehr wichtige, sehr erfuellende, aber ganz sicher keine leichte Aufgabe fuer dich!

Bitte sei dir bewusst, dass zum Helfen auch gehoert, dass wir niemandem etwas aufzwingen sollen! Gerade in der Sterbebegleitung ist es wichtig, auf den Sterbenden einzugehen, und ihn nicht noch durch eine "Missionstaetigkeit" zusaetzlich zu belasten! Auch erfordert die Sterbebegleitung SEHR viel Kraft und Stabilitaet. Du freundest dich mit Sterbenden an, und du leidest dann schnell selbst ueber den Heimgang eines Freundes. Du musst also SEHR hart im Nehmen sein koennen, bevor du diesen grossen Akt der Naechstenliebe uebernimmst!

Lerne weiter, wachse, hoere in dich rein, und du wirst das Richtige tun!

Alles Liebe dir, du bist grossartig!
Peter


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Re: neue Richtung?


Beitrag von funracer am 14 November 2001 um 01:04:17:
Antwort zu: neue Richtung? beigetragen von angie am 13 November 2001 um 23:07:45:


Hallo Angi,

Deinen Wunsch und Dein Bdürfnis sterbende Menschen begleiten zu wollen kann ich gut nachvollziehen, denn auch ich habe mich vor etwa 2 Jahren einfach so hilflos und "unnötig" gefühlt, wollte gern ( natürlich unentgeldlich ) etwas tun, von dem ich dachte( und auch überzeugt sein mußte ), daß es etwas ist, womit ich helfen kann. MEINE Überlegung dabei war, entweder in die Altenpflege zu gehen ( nicht als bezahlte Kraft, sondern einfach nur so, um da zu sein ) oder als Hospizhelferin tätig zu werden.
Nachdem ich einige Wochen überlegt habe und mich wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt habe, bin ich zu dem Schluß gekommen, daß ich Sterbenden ( und auch deren Angehörigen ) besser beistehen kann und es FÜR MICH sinnvoller ist, als im Altenheim zu "arbeiten" und so bin ich zu einem Hospiz in unserer Stadt gegangen, hab einen Kursus mitgemacht und wurde danach als Hospizhelferin eingesetzt.
Es war eine einerseits sehr sehr schöne Aufgabe für mich und ich habe oft den Dank der Sterbenden gespürt, aber auch bei einigen die Angst vor dem Tod. Nicht immer, manche gingen "gern" fast so, als freuten sie sich darauf, andere hatten Angst bis zum Schluß, wollten auch nicht darüber reden. Ich habe öfter ( wenn die Zeit und die Gesundheit es noch erlaubt haben ) versucht das Thema Sterben, Tod, Glauben an ein Jenseits zumindest mal anzusprechen, bin dabei aber zu meinem Erstaunen zu 90 % auf taube Ohren gestossen und hab es dann natürlich auch sofort gelassen. Es ist schon so wie Peter das sagt, eine leichte Aufgabe ist es nicht als Sterbebegleiterin tätig zu sein, aber Du kannst damit viel Gutes tun. Ich habe oft stundenlang einfach nur dagesessen, versucht gedanklich mit dem/der Sterbenden in Kontakt zu treten oder versucht zu fühlen, was er/sie fühlt, das ist anstrengend und schwer.
Meine Erfahrung als Hospizmitarbeiterin ist aber auch diese, daß es den Sterbenden meist leichter fällt zu gehen, als den Angehörigen sie gehen zu lassen. Es tut mehr weh zu sehen wie sehr diese leiden, als den Sterbenden zu begleiten. Und die Angehörigen sind meist nicht in der Verfassung, daß man mit ihnen über das Jenseits reden könnte ( leider ). Es ist mir nur EINMAL in den 2 Jahren passiert, daß eine Verwandte ( es war die Enkelin der Sterbenden ) ein wirklich intensives Gespräch mit mir über Glauben, Leben nach dem Tod usw geführt hat. Und nach dem Tod der Großmutter hat sie mir ein Dankesschreiben und ein Büchlein zugeschickt. Das sind sehr schöne Erfahrungen, die einen dann bestätigen und aufbauen.

Nun bin ich dort weggezogen und hatte seither leider andere "wichtige" ( menschliche ) Dinge zu regeln und erledigen, aber nach wie vor finde ich die Sterbebegleitung eine wichtige und sinnvolle Tätigkeit, denn viele Menschen haben einfach Angst davor, alleine zu sterben. Und alleine nur dasitzen, in Gedanken mit der Seele verbunden zu sein, ein Gebet zu sprechen, hilft sicher mehr, als tatenlos zu Hause rumzusitzen und nichts zu tun!!

Ich wünsche Dir Glück, Mut und Kraft und daß Du die richtige Entscheidung für Dich triffst.
funracer


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Sehr schöne Aufgabe, aber....


Beitrag von Lexle am 14 November 2001 um 01:56:04:
Antwort zu: Re: neue Richtung? beigetragen von funracer am 14 November 2001 um 01:04:17:


Hallo, Angie...
kann mich Funraser nur anschließen... Es IST eine sehr schöne, wundervolle "Aufgabe"... Aber das Problem ist, daß man es oft bis zur Selbstaufgabe macht... Damit meine ich auch das, was Peter Dir schon geschrieben hat...: Es gibt einem selber soooo viel, aber wo und wie kann man dann die Grenze ziehen? Es ist SEHR schwer..., zwar sehr schön, aber auch wirklich SEHR schwer...
Ich habe länger in der Krebs-Strahlentherapie gearbeitet, da wirklich sehr liebe, nette Mitseelen kennengelernt...., aber "zwangsläufig" baut man zu denen eine Beziehung auf. Mal klappt es besser, Abstand zu wahren, mal schlechter.
Und wenn das mit dem Abstand nicht so klappt, "leidet man wie ein Hund"...
Man zieht zwar wirklich sehr, sehr viele schöne und auch wohl lehrreiche Dinge raus, aber es kann einen auch fast umbringen.
Ich kann Dir nur für mich sagen, daß ich diese Zeit nicht missen möchte; wahrscheinlich werde ich auch wieder in meiner "alten" Praxis nachfragen, ob sie nicht jemand brauchen. Aber ich werde nicht mehr so schaffen wie "damals"; der Weg (wg. dem Wissen, was ich jetzt habe) wird ein anderer sein; was aber nicht heißt, daß es mich nicht treffen kann. Und da bin ich trotz allem froh! Ich weiß zwar, was ich weiß, aber ich reagiere hier trotz allem als das, was ich bin, nämlich ein Mensch.
Du darfst auch nicht vergessen, daß "Sterbende" oftmals sehr "fies" in ihren Reaktionen sein könnnen, je nachdem, was sie für einen wissentlichen und familiären Hintergrund haben. Und als Hospitz-Mitarbeiterin hast Du auch, und auch das ist eine wichtige Aufgabe für diese Arbeit, Kontakt mit den Angehörigen....
Du kommst 100 %ig sehr, sehr oft an Deine psychischen Belastungsgrenzen... Es IST ein sehr toller "Job", keine Frage, aber er ist nicht leicht....
Alles, alles Liebe....
Alex


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