jenseits-de.com Gemeinnützige Organisation

Das führende Ressort auf dem Gebiet der Jenseitsforschung



Falls Sie noch neu sind, kann der Überblick Ihre Orientierung erleichtern.




Unsere Bücher





Unsere Buchleser




Keine Bestätigung, Lizenz?
Status Buchbestellung

Installationsanleitung





Falls Sie eine weitere Lizenz benötigen, eine Frage haben oder Hilfe beim Öffnen Ihres Buches brauchen, dazu gibt es das...

Support Center




Aus aktuellem Anlass




www.jenseits-de.com

interessantes Video

[ Alle Antworten ] [ zurück zum Archiv ] [ Forum ]


Posted from 217.91.10.240 by Alexander mi on December 15, 2004 at 14:12:05:

Bin auf ein interessantes Video über Tod & Jenseits gestossen.
Mehr unter www.gral.de Videos!





Alle Antworten:



(5684)


Über die Gralsbewegung


Posted from 213.23.209.173 by Ghee on December 16, 2004 at 10:00:00:
In Reply to: interessantes Video posted by Alexander mi on December 15, 2004 at 14:12:05:


Hi Alexander mi,

die Videos sind nicht wirklich aussagekräftig - man müsste sie schon kaufen und damit eine Sekte unterstützen. Die hiesige Jenseitsforschung taucht tiefer in die Thematik ein und geht über Nahtoderfahrungen hinaus. Ich kann dir - bei Interesse und sofern noch nicht geschehen - zwecks Studiums den auf der jahrelangen Forschung mit Volltrancemedien basierenden, aufbauend nach Wissenstand sortierten **Wegweiser** sehr empfehlen. Darüber hinaus existieren diverse Internetseiten mit Erfahrungen von Menschen, die Nahtoderfahrungen hatten - falls das die Thematik noch unterstreichen muß.

Hier noch ein Bericht über die Gralsbewegung:

Die Gralsbewegung als Sekte geht auf den am 18. 4. 1875 in Bischofswerda (Sachsen) geborenen Sohn eines Gerberei- und Gasthausbesitzers Oskar Ernst Bernhardt zurück. Er stammte aus wirtschaftlich wohlhabenden Verhältnissen, die es ihm ermöglichten, zwischen 1900 und 1914 weite Reisen in fast alle Länder der Welt zu machen. Er geriet während einer Reise 1914 in England in Internierungshaft aus der er nach dem Ende des I. Weltkrieges 1919 entlassen wurde. Während seiner Internierungshaft muß sich ein vollständige Anderung seiner Persönlichkeit vollzogen haben, denn er schrieb hernach nicht mehr wie bisher Reisebericht und Romane, sondern religiöse Abhandlungen. Er gab eine Zeitschrift, die "Gralsblätter" heraus mit der er um Anhänger warb. Seine Ehe wurde 1924 geschieden und seine zweite Frau, die sächsische Pfarrerstochter Maria Kauffner brachte aus ihrer ersten Ehe drei Kinder mit.
1926 erschien sein erstes religiöses Werk "Im Lichte der Wahrheit - Gralsbotschaft von Abd-ru-shin" im Münchener Verlag "Der Ruf". In der Folge erschienen in regelmäßiger Reihenfolge weitere Werke:
1929 Die zehn Gebote Gottes und das Vaterunser
1924 - 37 Fragenbeantwortungen ohne Jahr Gebete, den Menschen gegeben von Abd-ru-shin ohne Jahr Was sucht Ihr? Die sieben ersten Vorträge der Gralsbotschaft zur Einführung.


Bernhardt kaufte 1928 auf dem Vomperberg bei Schwaz in Tirol ein ehemaliges Jagdhaus, in welchem er auch wohnte. Nach und nach siedelte eine Anzahl seiner Anhänger nach Schwaz um, so daß auf dem Vomperberg allmählich eine "Gralssiedlung" entstand. Die Gralsbotschaft will ein lückenloses Bild vom Weltall, seiner Entstehung und seinen Gesetzen, vom Menschen, seiner Stellung im Weltall, seinem Woher und Wohin geben und ihm einen praktikablen Weg ins Paradies weisen. Mit diesem Ansatz dürfte er wohl auch von anthroposophischem Gedankengut beeinflußt worden sein.

Bernhardt schuf eine neue Schöpfungsgeschichte aus der Synthese keltischer Volkssagen, biblischer Schöpfungsgeschichte und moderner Physik. Hiernach wird Gott als "Strahlenquelle" verstanden, deren Strahlen fast im physikalischen Sinne verstanden werden: Unmittelbar bei Gott ist der Strahlungsdruck so groß, daß niemand und nichts bestehen kann. Dieser Bereich wird als göttlicher Bereich angesehen. Aber je weiter man vom Ausgangspunkt dieser göttlichen Strahlung entfernt ist, ums geringer wird der Strahlungsdruck bis er in der irdischen Welt nur noch ein ungefährliches Leuchten ist. An der Grenze zwischen dem göttlichen Kreis zum irdischen wird die "Gralsburg" postuliert, die fast die Rolle eines Mittlers zwischen göttlichem und irdischen Bereich darstellt. Diese Gralsburg ist als das "Unterpfand der ewigen Güte Gottvaters und als Symbol seiner reinsten göttlichen Liebe, sowie als Ausgangspunkt seiner göttlichen Kraft ..." (Im Lichte der Wahrheit, S. 302) zu verstehen. Diese Gralsburg ist der "Transformator" zwischen Göttlichem und Menschlichem. Bernhardt verwendete nun viel ideelen Aufwand, um die Funktion dieses Transformators begreiflich zu machen. Das Ergebnis ist eine etwas krude Mischung von Sagen, biblischen Geschichten und naturwissenschaftlicher Terminologie.

Die Anthropologie Bernhardts geht davon aus, daß der Ursprung des Menschen ein sog. "Geistkeim" sei, der ursprünglich geschlechtslos und in paradiesischen Zuständen lebend sei. Diese Geistkeime würden aus der göttlichen Sphäre gleichsam in die stoffliche Welt geblasen, so daß sie nach und nach selbst, je weiter sie vom göttlichen Ursprung weggetrieben würden, stofflich würden. Das sei dann die Schöpfung des Menschen. Der Mensch müsse diesen stofflichen Leib aber annehmen, um den Geist in die materielle Welt hineinzutragen. Ziel des Menschen sei es dann, die materielle Schöpfung wieder so mit Geist anzureichern, daß der Geistkeim wieder in göttlicher Vollkommenheit erstrahle. Bernhardt entwickelte dann eine sehr umfängliche Anthropologie nach der es die Bestimmung des Menschen sei, den Geist Gottes über die gesamte Welt auszugießen. Die Versuche Gottes, durch Jesus Christus die Welt zu erretten, wären gescheitert, da Christus am Kreuz ermordet worden sei. Der "Menschsohn" hätte seiner Aufgabe nicht gerecht werden können. Abd-ru-shin sah sich nun als Nachfolger Christi, als der wahre "Menschensohn", der nicht gescheitert sei, sondern der nun Gottes Willen endgültig erfülle. Die Botschaft des neuen Menschensohn ist eine endzeitliche, das Jüngste Gericht stehe unmittelbar bevor.

Die weitere Geschichte der Siedlung auf dem Vomperberg verlief wie folgt:

1928 besaß Bernhardt ein 32 ha großes Gelände mit einer Siedlung aus Reihenhäusern, Gemeinschaftseinrichtungen wie Feierhalle, Gästehaus, Schule und wirtschaftlichen Einrichtungen.

Bernhardt wurde von seinen Anhängern erst "Meister" genannt, später "HERR". Er selbst unterschrieb mit Abd-ru-shin, später mit Imanuel. Zusammen mit seiner Frau und ihrer Tochter Irmingard bildete er das "göttliche Trigon". Er setzte Jünger (Ritter) ein.

Das Leben auf dem Vomperberg war von drei großen Festen bestimmt, dem Fest der Heiligen Taube am 30. Mai - dem Tag an dem der Gral überfließt und die Geistwesen in die Welt geblasen werden, dem Fest der Reinen Lilie am 7. September, als Mahnung an die Menschen, der in der Lilie symbolsierten Reinheit nachzueifern und dem Fest des Strahlenden Sterns von Bethlehem am 29. Dezember, der das Kommen des Menschensohn bezeichnet.

1938 fand die Siedlung durch die deutsche Besetzung Österreiches ein jähes Ende, am 12. 3. wurde Bernhardt verhaftet und nach kurzer Haft in Innsbruck mit seiner Familie nach Kipsdorf (Erzgebirge) verbannt. Dort starb er am 6. Dezember 1941.

Nach dem Ende des Krieges wurde die Gralssiedlung 1946 zurückgegeben und 1949 wurden die sterblichen Überreste Bernhardts nach Österreich übergeführt und in einer Pyramide auf dem Vomperberg beigesetzt. Seine Frau und ihre Kinder verwalteten dann in der weiteren Zeit das Erbe, so daß man wohl mit Fug und Recht von einem "Familienunternehmen" sprechen kann. Die Gralsbewegung hat Ableger in fast allen europäischen Ländern und den USA. Die Zeitschrift "Gralswelt" hat ein beachtliches Niveau, und spricht intellektuelle aus allen Schichten an. Gegenwärtig gehen wir davon aus, daß die Gralsbewegung in der Bundesrepublik etwa 1000 Anhänger hat.

Die Gralsbewegung taucht in der Öffentlichkeit eigentlich nur noch durch ihre Buchpublikationen in den Buchhandlungen auf. Im Internet ist sie unter folgender URL zu finden:

http://www.gral.de

kritische Literatur finden Sie in einem Sonderdruck des EZW-Materialdienstes:

"Sonderdrucke aus dem Materialdienst" Nr. 18: Die "Gralsbewegung" (Karin Verscht-Biener/ Hans-Dieter Reimer, IV/1991)

Weiterhin hat Elisabeth Aicher an der Uni Innsbruck eine Diplomarbeit über die Gralsbewegung geschrieben, die meines Wissens die umfänglichste Arbeit zum Thema darstellt.

Kurztitel: Aicher, Elisabeth: Vomp, ein religiöser Boden. - 1989

Aicher, Elisabeth: Vomp, ein religiöser Boden : die Gralsbewegung auf dem Vomperberg und die Benediktinerabtei St. Georgenberg-Fiecht im 20. Jahrhundert. - 1989. - X, 174 Bl. : Ill. Dipl.-Arb.

SG.: 120 Christliche Religion
SW.: Vomperberg; Gralsbewegung; Fiecht / Kloster; Geschichte 1901-1988
VW.: Grail ; International Grail Movement; Fiecht / Benediktinerabtei Sankt Georgenberg



[ Alle Antworten ] [ zurück zum Archiv ] [ nach oben ]