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Zwischen Trauer und Heiterkeit

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Posted from 88.66.204.244 by Eine Tochter on August 08, 2014 at 11:37:18:

Durch Zufall bin ich auf dieses Forum gestossen, wobei ich manchmal bzw. immer öfter glaube, dass es keine Zufälle gibt. Mein bzw. unser Vater verstarb noch nicht einmal vor einer Woche. Ein Schock und dennoch ist sein Wunsch eines schnellen Todes in Erfüllung gegangen. Vor 5 Monaten bekam er die Diagnose Leberkrebs, inoperabel. Ich möchte es an dieser Stelle aus meiner Sicht schildern, denn auch meine kleine Schwester trauert, aber so egoistisch es klingt, geht es um meine Trauer. Wir trauern auch zusammen, keine Frage, aber jeder tut es auf seine Art und dennoch hat uns das näher gebracht, da ein großer Altersunterschied besteht, was aber keine Rolle spielt und nie gespielt hat.

Ich fand meinen Vater, nachdem mich schon ein komisches Gefühl beschlich, erst am übernächsten Tag. Er hat dennoch sein Leben genossen und wir wollten ihn nicht "beglucken", denn er hatte sein eigenes Leben. Nach einem positiven Befund vor 6 Wochen, ging alles besser und leichter. Wir waren glücklich und mein Vater auch. Stoppen des Krebses war möglich, aber nicht heilbar.

Auch wenn einige, bis auf den Notarzt, die Polizei und der Leichenbeschauer, das ist traurige Bürokratie, es nachvollziehen konnten, dass ich noch einmal die Hand meines Vaters gestreichelt habe und auch gesehen habe, dass er ruhig und seinem Wunsch entsprechend gegangen ist, mich für verrückt halten. Ich weiß, dass war sein Wunsch und er hatte an seinem Todestag einen wunderschönen Tag im Kreis der Familie anlässlich einer großen Feier. An dieser konnte ich nicht teilnehmen, da mein Lebensgefährte 4 Wochen vorher einen schweren Schlaganfall hatte. Dennoch weiß ich jetzt, dass er sich schon vorher anfing sich zu verabschieden. Von allen, die ihm wichtig waren. Das weiß man aber immer erst hinterher.

Nun aber zu etwas, was mich sehr beschäftigt, aber auch zum Lächeln bringt. Ein wenig begriffstutzig war ich schon, aber besser spät als nie.

Die Familienfeier fand am Samstag statt, nach dieser Feier fuhr er gutgelaunt nach Hause, setzte sich auf die Couch und schlief wohl ein, für immer. Schon am Samstagabend, als ich abends nach Hausekam, weil mein Lebensgefährte momentan auf dem Wege der Besserung ist nach seinem Schlaganfall, roch ich den Geruch meines Vaters bzw. wie es in seiner Wohnung roch. Ich muss aber auch erwähnen, dass ich ein Geruchsmensch bin. Ich dachte mir noch, dass es nun Zeit wird alle Jacken zu reinigen für den Herbst und den Winter, wobei der Gedanke an meinen Vater kam und ich dachte, so riecht es bei ihm. Am Sonntag erreichte ich ihn nicht, was mir jedoch keine Sorgen machte, da das Wetter schön war und er wohl Freunde besuchte oder eine Fahrradtour unternahm. Ein komisches Gefühl blieb jedoch, da wir eigentlich täglich telefonierten, aber er auch nie spät abends anrief. Der Montag kam und wieder kein Kontakt, bis ich abends schließlich zu ihm fuhr. Kurz bevor ich in seine Straße bog, wusste ich schon, dass er tot ist. Es regnete leicht.

Ich fand ihn und war einfach nur wie betäubt. Das Prozedere zog sich 5 Stunden hin und alle, die an so einem Fall (leider sehr behördlich) beteiligt sind, waren erstaunt, wie gefasst ich doch war. Allen konnte ich nur sagen, dass diese Art zu gehen sein Wunsch war und wir auch bei ihm sitzen können.

Als ich letztendlich um 1 Uhr morgens nach Hause fuhr, ging ein Gewitter nieder, die Wetterlage war eigentlich schon seit Samstag so. Als ich (wir wohnen/wohnten nur 6 km auseinander) mein Auto abstellte, verzog sich das Gewitter. Man sah nur noch "Wetterleuchten". Ich sagte (laut oder in Gedanken, ich weiß es nicht mehr) Papa, gib mir ein Zeichen, dass es Dir gutgeht und ein unglaublicher Blitz in allen Farben zog über den Himmel. Auf dem Weg zu unserer Haustüre wehte ein lauwarmer Wind und ich schlief die restliche Nacht nicht, da ich meine Trauer bewusst erleben wollte. Dennoch döste ich knapp eine Stunde ein. Gestern Abend aber, kam es mir irgendwie in den Kopf, dass ich, als ich eindöste und den Zustand zwischen wachen und schlafen noch nicht überwunden hatte, das Gefühl hatte, dass mein Vater kurz da war. Ich habe ihn jetzt nicht so wirklich gesehen und so komisch es klingt, war ich der Meinung, dass es nicht sein kann, denn irgendwie passten die Zähne nicht zum Erscheinungsbild meines Vaters. Ich glaube an ein Leben nach dem Tod, was mein Vater nicht tat. Jetzt muss ich trotzdem oft ein wenig lachen, denn jetzt muss er sich vom Gegenteil überzeugen lassen.

Seit Montag/Dienstag ist auch sein Geruch weg. Vielleicht auch, weil das Wetter nun schön ist und die Fenster offen stehen, obwohl es fast täglich Wolkenbrüche und auch Gewitter gibt. Gewitter meist dann, wenn ich an ihn denke. Seit gestern erfüllt mich aber auch eine "traurige" Heiterkeit. Vor mir steht ein Bild von meinem Vater und darauf sieht es so aus, als würde er ganz tief in meine Augen schauen. Ich halte eine stille Zwiesprache mit ihm, denn ich weiß, dass er mich und meine Schwester schimpfen würde, weil wir soviel weinen. Dennoch können wir auch viel lachen, wenn wir über ihn reden, denn er war ein besonderer Mensch für uns. Humorvoll trotz Krankheit, auch wenn er uns in den Wahnsinn getrieben hat, da er sehr viel mit sich selber ausgemacht hat. So war er einfach.

Manchmal beschleicht mich auch das Gefühl, dass mein Vater so ruhig gehen konnte, weil er JETZT wusste, dass wir unseren Weg machen. Er war unser Fels in der Brandung, unser Ratgeber und er hat uns so genommen wie wir sind und waren. Seit Samstag, seinem Todestag, macht auch mein Lebensgefährte unglaubliche Fortschritte nach seinem schweren Schlaganfall. Er fing an zu laufen, das Sprechen klappt gut und sein Arm bewegt sich nun besser. Die Ärzte sagen, dass es wie ein kleines Wunder ist. Ich denke, dass mein Papa seine Kraft weitergegeben hat, damit ich nicht alleine bin.

Viele sagen, dass es schrecklich für mich sein muss, dass ich zwei so schlimme Schicksalsschläge habe einstecken müssen. Mir kommt es aber nicht so vor. Ich bin der Meinung, dass das Leben passiert und ich mache weiter, so wie es mein Vater gemacht hat. Das habe ich von ihm gelernt.

Seit gestern weine ich nur noch wenig, weil ich mich auf einmal doch wohl fühle und mir diese gedanklichen Gespräche Kraft geben. Gestern saß aufeinmal auch eine Krähe im Baum vor meinem Fenster und flog dann gemächlich davon. Mein Vater würde es nur mit einer Bemerkung abtun, dass wir uns nicht so anstellen sollen. Das bringt mich immer wieder zum Lächeln. Ich habe mich immer sher verbunden zu meinem Vater gefühlt, ein klassisches Papa-Kind. Diese Verbundenheit spüre ich aber jetzt wieder, nachdem ich 4 Tage geweint habe.

Ich weiß auch, dass mein Vater bei seiner Trauerfeier anwesend sein wird und insgeheim lachen wird, denn wir wollten nur weiße Blumen, das war/ist seine Lieblingsfarbe.

Die letztendliche Bestattung wird erst in 3 Wochen stattfinden, in seinem Heimatort. Meine Großeltern brauchen einen Platz zum Trauern, ich bzw. wir haben ihn ja eigentlich hier, wo wir viele schöne Stunden verbracht haben. Mein Sohn trauert auf seine Art und dennoch ist er ein wenig ein Ebenbild seines Opas. Auch versteht er nicht, warum eine Trauerfeier nötig ist, denn sein Opa ist doch schön eingeschlafen und dann weinen wieder alle. Da musste ich irgendwie lachen, denn das spiegelt die Meinung meines Vaters wider.

Und dann gab es gestern die Meldung über ein neues und wachsenden Lebens einer Freundin, die meinen Vater auch sehr gut kannte. Das war immer ihr Wunsch und Plan, denn sie ist ein unglaublich reizender Mensch und seitdem sie es mir erzählte, fühle ich mich gut und habe mich unglaublich für sie gefreut.

Wie nahe Trauer und Freude beieinanderliegen.

Ich weiß, dass wir unseren Vater loslassen müssen und hoffe nun aus tiefstem Herzen, dass er auch loslassen wird, wobei ich mir momentan denke, dass er dann einfach gehen wird. Ohne Bedenken, denn er war und ist so wie er ist.

Mein Wunsch ist nur, dass wir ihn nicht durch unsere Trauer und tiefe Liebe aufhalten zu gehen.

Danke für die Zeit, um diesen sehr langen Text zu lesen, aber mir war einfach so danach.

Nun steht mein Sohn da, verschlafen und mit den Augen meines Vaters und dem gleichen Grübchen. Er hat auch an der gleichen Stelle einen identischen Leberfleck, wie mein Vater. Was soll man dazu sagen?

Alex




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Zwischen Trauer und Heiterkeit


Posted from 80.108.157.110 by Seele on August 08, 2014 at 14:12:03:
In Reply to: Zwischen Trauer und Heiterkeit posted by Eine Tochter on August 08, 2014 at 11:37:18:


Hallo Alex und herzlich willkommen!

Mein inniges Mitgefühl zum Heimgang deines Vaters. Aus deinen Zeilen spricht neben deiner Trauer auch sehr viel Liebe und Verbundenheit zu deinem Vater. Ich
will auf einige Punkte deines Textes eingehen, um dir ein Bild zu vermitteln, wie sehr sich deine Erlebnisse und Erfahrungen mit den hier zur Verfügung
stehenden Erkenntnissen (Übermittlungen von jenseitigen Lehrguides dieses Ressorts) decken.

-----Durch Zufall bin ich auf dieses Forum gestossen, wobei ich manchmal bzw. immer öfter glaube, dass es keine Zufälle gibt.-----

Mit dieser Annahme liegst du absolut richtig. Es gibt keinen Zufall, aber alles fällt uns zu, was von Bedeutung ist.

----- [...]roch ich den Geruch meines Vaters bzw. wie es in seiner Wohnung roch. -----

Oft sind Gerüche in diesem Zusammenhang ein Zeichen des Verstorbenen, dass er noch da ist und auch weiterhin existiert.

-----Gestern Abend aber, kam es mir irgendwie in den Kopf, dass ich, als ich eindöste und den Zustand zwischen wachen und schlafen noch nicht überwunden
hatte, das Gefühl hatte, dass mein Vater kurz da war. -----

Im Halbschlaf ist unser Wachbewusstsein so weit heruntergefahren, dass bereits Eindrücke aus den feinstofflichen Ebenen zu uns durchdringen können. So kann
eine Anwesenheit wahrgenommen werden. Ich habe das gleiche nach dem Heimgang meines Vaters erlebt, allerdings erst zwei Jahre später - nicht während eines
Dämmerschlafs, sondern als ich gedankenverloren durch die Wohnung meiner Eltern schaute und geistig abwesend war.

-----Ich glaube an ein Leben nach dem Tod, was mein Vater nicht tat. Jetzt muss ich trotzdem oft ein wenig lachen, denn jetzt muss er sich vom Gegenteil
überzeugen lassen.-----

Wenn du beginnst, dich hier einzulesen (FAQ, Wegweiser, Bücher), dann wird sich vieles, was du glaubst, bestätigen und du wirst nach und nach nicht nur
glauben, sondern wissen. Ich selbst kam von einem Aha-Erlebnis zum nächsten, als ich mich mit dem Jenseitsstudium auseinandersetzte und konnte nur staunen,
dass es für das, was ich vorher nur geglaubt hatte, Beweise gab und sogar regelrecht zu diesen Themen geforscht wird.

----- Dennoch können wir auch viel lachen, wenn wir über ihn reden, denn er war ein besonderer Mensch für uns.-----

Auch das erinnert mich sehr an meine eigenen Erfahrungen im Umgang mit der Trauer. Meine Mutter und ich konnten zwischen den Tränen auch über vieles Lachen,
was wir gemeinsam mit meinem Vater erlebt hatten.

-----Diese Verbundenheit spüre ich aber jetzt wieder, nachdem ich 4 Tage geweint habe.-----

Diese Verbundenheit bleibt bestehen, wenn sich mit der Zeit auch die Intensität ändern kann. Ihr stammt aus derselben Seelenfamilie und seid über viele
gemeinsame Inkarnationen miteinander verbunden. Die Seele nimmt auch nach ihrem Heimgang weiterhin am irdischen Leben ihrer Lieben teil, beschäftigt sich
"drüben" aber auch mit anderen Dingen.

-----Ich weiß auch, dass mein Vater bei seiner Trauerfeier anwesend sein wird und insgeheim lachen wird, denn wir wollten nur weiße Blumen, das war/ist
seine Lieblingsfarbe.----

Viele Seelen nehmen an den Trauerfeierlichkeiten teil und sind auch beim Begräbnis anwesend. Falls das jedoch zu traumatisch für sie ist (kurz nach dem
Übergang können manche Seelen noch verwirrt sein und müssen sich erst an die neue Situation gewöhnen), dann können sie zu einem späteren Zeitpunkt die
Beerdigung als eine Art Film ansehen.

-----Ich weiß, dass wir unseren Vater loslassen müssen und hoffe nun aus tiefstem Herzen, dass er auch loslassen wird, wobei ich mir momentan denke, dass er
dann einfach gehen wird. Ohne Bedenken, denn er war und ist so wie er ist.-----

So wie du das beschrieben hast, denke ich nicht, dass ihr euren Vater festhaltet. Ihr lasst ihn in Liebe gehen und begleitet ihn, das spürt er. In der Regel
dauert es etwa ein Jahr, bis die Seele im zweiten Teil des Inkarnationsplans die Aufarbeitung auf den Astralebenen beendet und dann ins Licht geht.

Nimm dir die Zeit, die nötig ist, um alle Trauerphasen zu durchlaufen. Ich denke, du machst das schon sehr gut und wirst durch deine innige Verbundenheit zu
eurem Vater spüren, wie es ihm geht und vielleicht auch noch das eine oder andere Zeichen erhalten.

Alles Liebe und viel Kraft!
Andrea


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