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komme nicht weiter...

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Posted from 89.144.206.35 by Ellen on March 02, 2016 at 23:03:18:

Hallo,

vor 14 Wochen musste ich ja meinen Hund, der für mich alles war, einschläfern lassen. Auf der Suche nacht Antworten kam ich dann damals auf diese Seite, wo mir schon sehr geholfen wurde. Ich habe zwischenzeitlich schon intensiv hier gelesen (WW, Forum, Buch). Dadurch fühlte ich mich etwas besser auch wenn das Wissen vorerst nur im Kopf war und noch nicht wirklich tiefer sickern konnte. Zur Zeit ist die Trauer wieder extrem da, zudem habe ich absolut keinen Antrieb/Kraft für irgendwelche Tätigkeiten bzw. sehe keine Perspektive und habe nur das Bedürfnis mich mit dem Jenseitswissen zu beschäftigen um endlich mehr zu erfahren. Lese gerade noch mal das Buch. Ich weiß, daß diese extremen Gefühle die ich empfinde und die Depression mit Traumen in meiner Kindheit und den dazugehörigen Glaubenssätzen zusammen hängen. Deshalb habe ich auch alle Beiträge im Forum bezüglich Glaubenssätze genau "studiert" und versucht, meine eigenen falschen Glaubenssätze und die Angst dahinter, zu erkennen. Durch ein Trauma, habe ich mir damals anscheinend einen "Überlebensmechanismus" zurechtgelegt, der hieß, daß ich im Außen überhaupt keine Gefühle mehr zulasse und um mich herum eine dicke Mauer aufbaute, um das Ganze überhaupt auszuhalten. Wenn ich so nachdenke, so konnte ich später und bis jetzt eigentlich nie Gefühle im Außen zulassen, habe immer versucht alles mit meinem Kopf/Verstand zu kontrollieren und die Depression seit der ich schon jahrelang leide, habe ich auch immer hinter einer Fassade versteckt, als Schutz sozusagen. Tiefere Beziehungen zu anderen Menschen sind für mich nur schwer möglich, nur in der Beziehung zu meinem Hund hatte ich das Gefühl so sein zu können wie ich war. Nun, durch den Verlust kommen Ängste und Gefühle hoch, mit denen ich aber nichts anzufangen weiss - ich hatte meine Gefühle ja so gut es ging "abgestellt". Nun versuche ich, das was kommt einfach nur anzunehmen aber leichter gesagt als getan... Da schaltet sich sofort wieder mein "Kontrollzentrum" ein und versucht das alles zu bewerten und zu analysieren. Dann versuche ich mein Jenseitswissen anzuwenden und mir zu vergängenwärtigen, daß das hier ja eigentlich alles nur Illusion ist usw - aber das Wissen kommt nicht dagegen an... Ich komme nicht weiter, sprich, ich schaffe es nicht im Jetzt zu bleiben und die Illusion der Materie/des Ego zu durchschauen. Ich weiß gar nicht, soll ich mich dagegen wehren oder soll ich es zulassen.. Und dann ist da noch dieses sehr "überzeugende" Gefühl in mir, daß ich mich eigentlich ja nur in einem Wartemodus" befinde - ich weiß nicht woher das Gefühl oder der Gedanke kommt, aber es ist so, als würde ich auf ETWAS warten. Keine Ungeduld in dem Sinne, glaube ich. Es fühlt sich irgendwie so an, als würde ich warten, bis ES (was dieses ES auch immer sein mag?) endlich vorbei ist und ich aufwache und erkenne, daß alles nur ein Traum war. Eigentlich will ich das alles ja gar nicht bewerten, zuerst habe ich auch versucht dieses Gefühl des Wartens anzunehmen, aber ich habe das Gefühl, daß es mich von dem Hier und Jetzt wegzieht. Und dann ist da auch noch die Sache, daß ich immer wieder gelesen habe, daß man eigentlich gar nichts zu tun braucht, sprich, daß sich alles fügt. Antrieb habe ich ja ohnehin keinen, nicht mal für Hausarbeit. Aber mein Psychotherapeut meint, daß es schon wichtig wäre etwas zu tun, denn dadurch dass ich etwas Schaffe, würde sich wieder die Freude einstellen. Aber richtige Freude habe ich ja noch nie so richtig in meinem Leben erlebt, wenn dann, dann war das so eine Freude die vom Kopf geschaffen wurde, ich weiß nicht ob jemand weiß was ich meine. Da Caro das so gut erklären kann, wäre ich wirklich dankbar, wenn sie mir vielleicht ein wenig Licht in das ganze Wirrwarr bringen könnte. Danke, Ellen





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Posted from 217.229.147.33 by AnnaMutter on March 03, 2016 at 16:07:48:
In Reply to: komme nicht weiter... posted by Ellen on March 02, 2016 at 23:03:18:


Hallo Ellen,

Caro wird Dir sicher auch noch antworten, ich möchte Dir aber vorab schon mal etwas schreiben:

Im Grunde denkst du zu viel und versuchst dadurch zu steuern. Du sollst erst einmal gar nichts und einfach zunächst darauf vertrauen, dass alles gut ist, wie es ist. Durch das viele Nachdenken und sich ständig fragen "soll ich dies oder soll ich das" verkrampfst Du Dich und Du bekommst immer weniger Zugang zu Deinem "Baugefühl" Deiner inneren Stimme.

Ich möchte Dir empfehlen, Seths "Idiotenblume" zu lesen, wenn Du es nicht schon getan hast. In dieser kleinen Geschichte steckt so viel Wahrheit (und Klarheit), es wird das ganze Dilemma der Menschheit dargestellt, dass wir uns immer nur selbst im Wege stehen.

Wir "müssen" nicht so viel, wie wir immer denken ....


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komme nicht weiter...


Posted from 75.166.223.71 by Caro on March 04, 2016 at 00:33:08:
In Reply to: komme nicht weiter... posted by Ellen on March 02, 2016 at 23:03:18:


Hallo Ellen,

dem Tipp von AnnaMutter, dir Seths "Krieg der Idiotenblumen" durchzulesen ("Erforschung der Schoepfung", Band 2), kann ich mich nur anschliessen.

Dein wesentliches Problem ist der Versuch, Kontrolle auszuueben, also steuern zu wollen. Das heisst, das urspruengliche Muster, Gefuehlen ausweichen zu wollen, alles mit dem Verstand loesen zu wollen, welches du selbst ja bereits erkannt hast, ist immer noch da. Es zeigt sich jetzt bei dir nur in anderer Form, ist aber dennoch derselbe Mechanismus wie zuvor.

Und alles hat seinen Ursprung darin, nicht fuehlen zu wollen bzw. bestimmte Gefuehle nicht zulassen zu wollen. Das wiederum basiert auf einer tiefsitzenden Angst in dir, die ihren Ursprung in den traumatischen Kindheitserfahrungen findet.

Das, was du jetzt "tun" musst, ist eigentlich nur, die Gefuehle zuzulassen, denen du noch auszuweichen versuchst. Das Problem hierbei ist jedoch, dass der Wehrmechanismus so ausgepraegt ist, dass dir oft nicht einmal bewusst ist, dass du dich wehrst bzw. ausweichst. Es muss dir also erst einmal bewusst werden - und das wird es mit jeder Sackgasse, in die du rennst. Insofern sind auch die Sackgassen, die Momente, in denen man nicht mehr weiter weiss, wichtige Eckpfeiler in der eigenen Entwicklung.

> Nun versuche ich, das was kommt einfach nur anzunehmen aber leichter gesagt als getan... Da schaltet sich sofort wieder mein "Kontrollzentrum" ein und versucht das alles zu bewerten und zu analysieren.

Wenn du versuchst, dich zu zwingen, arbeitest du ja wieder mit Kontrolle, und wirst somit automatisch scheitern. Du kannst dich nicht dazu zwingen loszulassen. Du kannst nur loslassen, indem du beginnst, deine Angst zu konfrontieren. Und das ist etwas, was nicht mit Zwang passiert, sondern mit der Zeit ganz automatisch geschieht. Du wirst mit deiner Angst so oft konfrontiert werden, dass du irgendwann, Stueck fuer Stueck immer mehr bemerkst, dass dir trotz aller Angst nichts passiert. Das wird dir das Vertrauen geben, immer mehr zuzulassen, bis du irgendwann genuegend Mut hast, um auch den traumatischen Punkt erneut zu "durchleben". Und mit jedem Fuehlen wird sich ein Stueckchen mehr loesen, waehrend gleichzeitig das Vertrauen waechst.

Es ist also ein graduierlicher Prozess, und du bist mitten auf dem Weg. Es laeuft alles ganz richtig, wie es laeuft. Du brauchst und kannst nichts beschleunigen - jeder Moment in deiner Entwicklung ist wichtig fuer deine Entwicklung.

> Es fühlt sich irgendwie so an, als würde ich warten, bis ES (was dieses ES auch immer sein mag?) endlich vorbei ist und ich aufwache und erkenne, daß alles nur ein Traum war.

Auch das ist nur die Folge des Nicht-Konfrontieren-Wollens. Wichtig ist einfach nur, dass dir die Zusammenhaenge bewusst werden. Aktiv etwas gegen sie zu unternehmen, brauchst du nicht, sondern es wird ganz natuerlich so kommen, dass du immer mehr nachgibst und zulaesst.

> Antrieb habe ich ja ohnehin keinen, nicht mal für Hausarbeit. Aber mein Psychotherapeut meint, daß es schon wichtig wäre etwas zu tun, denn dadurch dass ich etwas Schaffe, würde sich wieder die Freude einstellen.

Es ist ein bisschen ein Balanceakt, denn auch wenn du "nichts tun brauchst", so werden dir bestimmte Aktivitaeten gut tun, dich in bestimmten Momenten ablenken (was noetig ist, wenn man sich zu sehr in etwas reingesteigert oder festgefahren hat) und Erleichterung verschaffen. Dein Psychotherapeut hat also recht, wenn er meint, dass es hilfreich fuer dich sein koennte, aber er hat unrecht, wenn er glaubt, dass sich dein Problem dadurch beheben liesse. Das Problem (Angst und daraus resultierendes Nicht-fuehlen-Wollen) wird sich von ganz alleine loesen mit der Zeit und der Entwicklung, durch die du gehst.

Du wirst mit der Zeit Aktivitaeten finden, die dir gut tun bzw. dich beruhigen und ablenken koennen, wenn du dich wieder in etwas "reingedacht" hast. Erdung insgesamt hilft, wenn man zu viel denkt. Gartenarbeit z.B. kann enorm helfen, und andere koerperliche Aktivitaeten, die dich vom Denken wegbringen.

Du wirst, wenn die Angst erst geloest ist, auch Freude empfinden koennen - richtige Freude und keine oberflaechlichen "Ersatzgefuehle". Aber das kannst du jetzt noch nicht zulassen, denn um wahre Freude zu fuehlen, wirst du dir erlauben muessen, alles zu fuehlen, was in dir ist, auch das, wovor du dich fuerchtest. Daher ist es ein Prozess, der seine Zeit benoetigt. Gib ihm und dir diese Zeit - es ist in Ordnung, und es kommt alles schon ganz richtig. Du kannst nichts falsch machen und auch nicht an deiner Heilung vorbeilaufen oder sie verzoegern. ;-)

Liebe Gruesse
Caro


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Posted from 89.144.207.117 by Ellen on March 04, 2016 at 22:46:16:
In Reply to: komme nicht weiter... posted by Caro on March 04, 2016 at 00:33:08:


Vielen Dank Caro für deine ausführlichen und verständlichen Erklärungen, jetzt hab ich schon ein wenig mehr Übersicht bekommen und kann das Ganze ein wenig ordnen. Allein schon beim ersten Lesen ist mir schon einiges klarer geworden - Danke, ich wußte ja, warum ich darum bat, von dir eine Antwort zu bekommen ;)


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komme nicht weiter...


Posted from 89.144.207.117 by Ellen on March 04, 2016 at 22:49:58:
In Reply to: komme nicht weiter... posted by AnnaMutter on March 03, 2016 at 16:07:48:


Liebe AnnaMutter, danke an Dich, daß ich auch durch deinen Beitrag zum Nachdenken animiert wurde, daß zuviel denken auch ziemlich daneben sein kann - ist jetzt eigentlich ein komischer Satz... ;) Seths Idiotenblume habe ich früher schon mal gelesen, aber du hast recht, wenn man die Dinge später nocheinmal liest entdeckt man wieder ganz neue Seiten an der Geschichte Danke und liebe Grüße, Ellen


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