jenseits-de.com Gemeinnützige Organisation

Das führende Ressort auf dem Gebiet der Jenseitsforschung



Falls Sie noch neu sind, kann der Überblick Ihre Orientierung erleichtern.




Unsere Bücher





Unsere Buchleser




Keine Bestätigung, Lizenz?
Status Buchbestellung

Installationsanleitung





Falls Sie eine weitere Lizenz benötigen, eine Frage haben oder Hilfe beim Öffnen Ihres Buches brauchen, dazu gibt es das...

Support Center




Aus aktuellem Anlass




Verständnisfrage zur Angst

[ Bisherige Antworten ] [ Antwort verfassen ] [ Forum ]

Posted from 161.97.235.130 by Caro on October 02, 2017 at 23:47:07:

In Reply to: Verständnisfrage zur Angst posted by native on October 02, 2017 at 23:07:41:

Hallo Native,

mit "sich seinen Aengsten stellen" ist gemeint, sich dem Gefuehl zu stellen, es zu fuehlen, ohne ihm zu glauben, damit man merken kann, dass alles ok ist und das Gefuehl tatsaechlich nur ein Gefuehl.

Das Problem bei der Angst ist, dass wir sie zur Realitaet erheben, d.h., das, wovor wir uns fuerchten, ist in unserem Kopf etwas, dass tatsaechlich passiert. Wir behandeln die Angst also nicht als ein Gefuehl, sondern als eine zur Tatsache gewordene Realitaet. Wenn wir uns z.B. vor etwas fuerchten, dann bedeutet das fuer uns automatisch, dass wir dieses etwas auch erleben werden. Angst = Ereignis. So ist es bei uns verknuepft.

Aber so ist es in Wirklichkeit nicht. In Wirklichkeit ist da nur das Gefuehl (Angst), und unser alltaegliches Erleben hat damit ueberhaupt nichts zu tun. Du kannst also 20 Jahre lang Auto fahren und niemanden anfahren und dennoch staendig die Angst davor haben, jemanden anzufahren.

Es ist wichtig, diesen Unterschied zu begreifen, d.h., dass die Angst nur ein Gefuehl ist und nichts sonst.

Der Grund, warum die Verknuepfung bei uns vorliegt, ist ein oder mehrere traumatische Ereignisse, meist aus frueher Kindheit. Auch da ist der Ablauf recht einfach: Das Kind erlebt etwas unangenehmes/traumatisches und bekommt Angst. Von da an, jedes Mal, wenn es Angst fuehlt, wird es automatisch an das traumatische Erlebnis "erinnert". Angst ist bereits in dem Augenblick nicht mehr nur ein Gefuehl, sondern die Erinnerung an ein traumatisches Erlebnis. Ueber die Jahre verselbststaendigt und verfestigt sich das noch mehr, so dass wir spaeter als Erwachsene oftmals gar nicht mehr sehen, dass die Angst auf einem Trauma basiert und unsere Reaktion nichts weiter ist als typische Symptome von PTSD (Posttraumatische Belastung). Wir beginnen, die Angst zu rechtfertigen (z.B. "Ich bin ein schlechter Autofahrer und habe deshalb Angst, andere Menschen anzufahren") und verstricken uns so sehr in ihr, dass wir irgendwann nicht mehr anders koennen, als angstausloesende Situationen zu vermeiden. Denn wir erleben nicht nur Angst, sondern jedes Mal erneut die unverarbeitete Erinnerung ans Ursprungstrauma.

Um das loesen zu koennen, muss man eigentlich nur den Weg rueckwaerts beschreiten, also erst einmal damit aufhoeren, die Angst fuer mehr zu halten, als sie ist. Sie ist nur ein Gefuehl, und auch wenn alles in dir sagt, dass sie mehr ist, sie ist es nicht. Das ist nur das Trauma, was da aus dir spricht.

Die Verknuepfung "Trauma = Angst" fuehrte zu "Angst = Trauma". Und letzteres ist vollkommen verkehrt, denn nur weil du Angst fuehlst, heisst das nicht, dass die traumatische Erfahrung erneut passieren wird. Aber in deinem Gehirn ist es so verknuepft, weshalb du dich erst einmal aktiv dagegen "wehren" musst, der Angst zu glauben, wenn sie auftritt. Fuehle sie, aber glaube ihr nicht. Das fuehrt mit der Zeit dazu, dass du ueberhaupt erkennen kannst, dass die Angst voellig harmlos ist und nicht auf etwas schreckliches hinweist, das dir passieren koennte.

Bei der Aufarbeitung geht es um das Loesen der hinderlichen Verknuepfungen und das Fuehlen und Loslassen der unterdrueckten Gefuehle. Es geht nicht darum, Menschen anzufahren oder andere schreckliche Dinge zu erleben. Du sollst nicht erneut traumatisiert werden, sondern heilen. Das geht aber nur, indem du deine Angst konfrontierst, dich also ins Auto setzt und faehrst und der Angst nicht glaubst, wenn sie hochkommt. Fuehle sie, aber glaube ihr nicht. Sie hat nichts mit dem Autofahren zu tun, und sie deutet auch nicht darauf hin, dass du bald jemanden anfahren wirst. Sie ist einfach nur die Folge einer traumatischer Erfahrung aus deiner fruehen Kindheit, die uebrigens auch nur deshalb jetzt so stark an die Oberflaeche gebracht wird, damit du heilen kannst.

Es waere naemlich eigentlich nicht noetig, die Angst zu loesen. Du koenntest dein Leben auch mit ihr leben, ohne es grossartig zu merken. Sie waere dann viel kleiner und wuerde einfach dafuer sorgen, dass du ein paar individuelle "Macken" hast, so wie jeder Mensch. Du waerest aber nicht so sehr von ihr belastet und kaemst gut mit dem Leben zurecht. Der Grund dafuer, warum es dich so belastet, ist wirklich nur, weil es geloest werden SOLL. Es ist nur deshalb so an der Oberflaeche und belastend fuer dich, weil du nicht mehr darueber hinwegschauen oder einfach "damit leben" sollst.

Also versuche, dein Wissen mehr anzuwenden und dich nicht mehr mitreissen zu lassen, wenn die Angst hochkommt. Du wirst den ersten Schritt machen und dich trauen muessen, sie einfach mal zu fuehlen, ohne ihr zu glauben. Das "ihr nicht glauben" ist der wichtige Punkt. Es braucht nur ein bisschen Mut dazu, aber du wirst es schaffen, und es wird dir mit der Zeit immer leichter fallen.

Im Grunde hoerst du einfach auf, dich in deinem alten Muster zu drehen. Und dadurch wird sich alles veraendern.

Liebe Gruesse
Caro

Bisherige Antworten:



Antwort verfassen

Name    : 

Subject : 
Beitrag: Optional Link URL : Link Title : Optional Image URL:

[ Bisherige Antworten ] [ Antwort verfassen ] [ Forum ]
*Admin: 27123